SASKIA

Sie wuchs in sicheren Gefilden auf, erzogen, um zu gefallen. Man brachte ihr die schönen musischen Künste bei, lehrte sie Anmut, Maß und Zurückhaltung. Lange glaubte sie, dass genau das ihr Leben sei. Es gab keinen Grund zur Klage – und dennoch brannte etwas darunter.

Als Spielleute durch das Dorf zogen, schief singend, laut lachend und völlig unbeeindruckt von allem, was wichtig tat, regte sich etwas in ihr. Eine Unruhe, die lange vergraben gewesen war. Die Sehnsucht nach der Ferne und nach einer Freiheit, deren Grenzen sie selbst bestimmen konnte. Es war, als riefe das Schicksal nach ihr.

Noch am selben Tag machte sie sich davon, im Wissen, dass es keinen Weg zurück geben würde. Der Weg schenkte ihr nichts. Sie fiel, sie blutete, sie lernte, was Einsamkeit und Schmerz bedeutet – und zog dennoch weiter. Endlich spürte sie das Leben.

In dunklen Wäldern traf sie schließlich auf die Räuberbande Lautenfeyn. Man sagt, Saskia habe sich nicht lange erklären wollen. 
Stattdessen entwendete sie einem der Räuber das Schwert, nannte es lachend Excalibur und setzte ihm die Klinge an die Brust, mit der Frage, ob er bereit sei, geopfert zu werden.

Kein Räuber kam zu Schaden. Seither zieht sie mit der Bande durch die Welt und ist dort zuhause, wo der Wind sie hinträgt. Aber lasset euch gesagt sein – man tut gut daran, Saskia nicht unbeaufsichtigt mit spitzen Gegenständen spielen zu lassen!