WEISSBART
zu Lautenfeyn
Gesang, Gitarren, Bouzuki und Flüche

LYSARA
die Nachtgeborene

Gesang, Hurdy Gurdy,
Cello und Geheimnisse

AVELORA
die Verdammte

Gesang,
Bass und Magie

WEISSBART zu Lautenfeyn

Einst war er ein geachteter Komponist und Musiker an so manchem Hofe und vielerlei herrschaftlichen Häusern, doch seine zügellose gar aufreibende Art, wenn auch von einigen geschätzt, brachte ihm alsbald den Zorn der männlichen Oberschicht ein. 

Getrieben von seiner dauernden Singerei und dem verfluchten Lautenspiel, trat er auf jedem Feste der Wohlhabenden auf und begeisterte, solange er nur musizierte. Doch benahm er sich ansonsten leider gar nicht dem Stande entsprechend, verweilte gar beim Gesinde in der Küche oder in den Geschmeidekammern, und man ertappte ihn des Öfteren mit reicher Diebesbeute. 

Er sollte schon gehenkt werden und entkam nur mit Hilfe seiner treuesten Gefährten.
Trotz der leidenschaftlichen Fürsprache einiger meist weiblicher Freunde, musste er sich entscheiden zwischen Verbannung oder Tod durch den Strick – dann wurde er mit Schimpf und Schande vom Hofe und aus der Stadt gejagt und musste fortan sein Glück in der Ferne suchen. 
Er fuhr mit Freibeutern zur See, trieb sich jahrelang mit den Gauklern vom Fahrenden Volk herum und fühlte sich bald in den endlosen dunklen Wäldern des Landes heimisch. 

So klingen seine Lieder nun in Höhlen und Schluchten der dunkelsten Wälder aber auch auf Schiffen auf rauer See. Er traf Gleichgesinnte – ebenso verfolgte wie ruchlose Gestalten und als Bande Lautenfeyn lagern und lauern sie im Walde, auf einsamen Straßen, verlassenen Höfen und Geisterschiffen. 
Sie essen, sie raufen, sie feiern, sie trinken und sinnieren. Sie philosophieren und komponieren, sie fluchen, sie lieben und sie dichten, aber vor allem leiden und sterben sie für ihre Freiheit.

LYSARA die Nachtgeborene

(ehemals Elisabeth von Eichenhain)
Geboren wurde sie in der Sonne Lithas als Elisabeth von Eichenhain, Angehörige eines Adelshauses: sanft, ausgebildet in den musischen Künsten, erzogen, um zu gefallen. Sie wuchs im Glauben an Ehre, Gerechtigkeit und die Rechtschaffenheit des Adels auf – doch hinter den Mauern der Feste wurde im Kampf und die Macht getötet, verkauft, geopfert. 

Und sie sollte nichts weiter sein als ein Stein in diesem Spiel. Zur finanziellen Stabilisierung ihres Hauses arrangierte ihr Vater die Ehe mit einem Fürsten, dessen Grausamkeit keine Grenzen kannte. 

In der Nacht vor der Vermählung stand sie im weißen Brautkleid vor dem Spiegel – es schimmerte wie ein Leichentuch. Ein rauer Sturm zog auf, das Haus geriet in Aufruhr und sie nutzte die Gunst der Stunde und floh in die Dunkelheit des Waldes. Ständig über ihr Kleid stolpernd und auf der Flucht vor ihren Verfolgern lauerte ihr eine Räuberbande auf. Als diese erkannten, dass Elisabeth eine Geflohene war, boten sie ihr Schutz.

Gemeinsam verbrannten sie die Schleppe Kleides und Elisabeth zog fortan mit der Bande Lautenfeyn durch das Land, immerzu auf der Flucht vor den Kopfgeldjägern des Fürsten – anfangs noch recht unbeholfen lernte sie schnell von ihren neuen Freunden und weiß ihre unschuldige Erscheinung für die Sache zu nutzen.

Heute ist sie bekannt als Lysara, die Nachtgeborene – denn in der Dunkelheit fand sie ein neues Leben. Die Lieder der Nachtvögel drangen tief in ihr Herz und mit jeder Nacht wurde sie weniger ein Mädchen und mehr ein Mythos.

AVELORA die Verdammte

einst eine geschätzte Heilerin, nun eine Gejagte.
Ihr Name bedeutet „die Starke des Lichts“, doch das Licht hat sie längst verlassen.
Als eine Seuche das Land heimsuchte, kehrte sich das Volk gegen sie. Man gab ihr
die Schuld, jagte sie und ließ sie auf dem Scheiterhaufen brennen.
Gebrandmarkt und gezeichnet, riss sie ein gewaltiger Sturm aus den Flammen –
manche sagen, sie habe ihn selbst heraufbeschworen.
Verstoßen und verfolgt, fand sie Zuflucht bei der Räuberbande Lautenfeyn.
Nun streift sie lautlos durch die Wälder, ihr Bogen stets griffbereit, ihre Pfeile
getränkt in tödlichen Giften. Tiere folgen ihr wie Geister der Nacht, und in den
Schatten flüstert man ihren Namen
– die Verdammte, eine Frau, die dem Tod entkam.