WEISSBART zu Lautenfeyn

Einst war er ein geachteter Komponist und Musiker an so manchem Hofe. Doch seine zügellose gar aufreibende Art, wenn auch von einigen geschätzt, brachte ihm alsbald den Zorn der männlichen Oberschicht ein. 

Getrieben von seiner dauernden Singerei und dem verfluchten Lautenspiel, trat er auf jedem Feste der Wohlhabenden auf und begeisterte, solange er nur musizierte. Doch benahm er sich ansonsten gar nicht dem Stande entsprechend, verweilte gar beim Gesinde in der Küche oder in den Geschmeidekammern, und man ertappte ihn des Öfteren mit reicher Diebesbeute. 

Er sollte schon gehenkt werden und entkam nur mit Hilfe seiner treuesten Gefährten.
Trotz der leidenschaftlichen Fürsprache einiger meist weiblicher Freunde, musste er sich entscheiden zwischen Verbannung oder Tod durch den Strick – dann wurde er mit Schimpf und Schande vom Hofe und aus der Stadt gejagt und musste fortan sein Glück in der Ferne suchen. 
Er fuhr mit Freibeutern zur See, trieb sich jahrelang mit den Gauklern vom fahrenden Volk herum und fühlte sich bald in den endlosen dunklen Wäldern des Landes heimisch. 

So klingen seine Lieder nun in Höhlen und Schluchten der dunkelsten Wälder, aber auch auf Schiffen auf rauer See. Er traf Gleichgesinnte – ebenso verfolgte, wie ruchlose Gestalten und als Bande Lautenfeyn lagern und lauern sie im Walde.
Sie essen, sie raufen, sie feiern, sie trinken und sinnieren. Sie philosophieren und komponieren, sie fluchen, sie lieben und sie dichten, aber vor allem leiden und sterben sie für ihre Freiheit.